25.09.2023

“Deutschlands Gesundheitswesen hängt in der Digitalisierung um Jahrzehnte zurück” – Was muss sich ändern?

Von Telemedizin über Wearables bis hin zu Gesundheits-Apps – der digitale Wandel hat die Art und Weise, wie wir unsere Gesundheit managen und medizinische Versorgung erhalten, grundlegend verändert. Dennoch hinkt Deutschland in der Digitalisierung hinterher, sagt beispielsweise Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach. Aber wie viel ist wirklich dran am Problemkind Digitalisierung?  

Ärzte fordern mehr Tempo und Innovationen
Eine 2022 durchgeführte Studie* zeigt: 78 Prozent der deutschen Ärzte denken, dass Deutschland im internationalen Vergleich bei der Digitalisierung des Gesundheitswesens hinterherhinkt. Entsprechend fordern zwei Drittel dieser Ärzte ein schnelleres Tempo. 

Kein Wunder – schließlich sind die Potenziale groß und noch lange nicht ausgeschöpft: Zum Beispiel ermöglicht die Digitalisierung eine Effizienzsteigerung in der Gesundheitsversorgung. Durch den Einsatz elektronischer Patientenakten und digitaler Kommunikation können Ärzte Zeit sparen und den Arbeitsablauf sowie Datenmanagement verbessern, was zu einer besseren Patientenversorgung führt. Aber auch abseits strategischer Aufgaben helfen innovative Lösungen: Viele Krankenhäuser und Arztpraxen in Deutschland setzen diese bereits für die Diagnose und Behandlung ein. Trotz der Fortschritte sind die Möglichkeiten noch lange nicht ausgeschöpft.

Die Revolution der Medizin: Hightech-Robotik und künstliche Intelligenz
Innovative Lösungen in der Robotik rücken immer mehr in den Fokus. Diese Technologien sind darauf ausgerichtet, Ärzte bei komplexen chirurgischen Eingriffen zu unterstützen und menschliche Fehler zu minimieren. Durch präzise Roboterarme, die automatisiert agieren, können Operationen noch genauer und effizienter durchgeführt werden. Ein solcher Ansatz ermöglicht es Medizinern, optimale Resultate zu erzielen und gleichzeitig das Risiko für Patienten zu verringern. Laut einer bitcom Studie von Ende 2022 wird Robotik allerdings nur von 19 Prozent der Ärzte in Operationen und Eingriffen verwendet - obwohl weitere 25 Prozent deren Einsatz für sinnvoll halten. 

Künstliche Intelligenz schafft in der Medizin neue Möglichkeiten für Diagnose und Behandlung. Vor allem Start-ups bringen hier fortschrittliche neue Lösungen. Durch die Analyse großer Datensätze kann KI Muster und Zusammenhänge identifizieren, die für menschliche Experten oft schwer erkennbar sind. Dies ermöglicht eine präzisere Diagnose von Krankheiten, die frühzeitige Erkennung genetischer Risiken und die Entdeckung neuer Behandlungsansätze. Dennoch nutzen mehr als die Hälfte aller Kliniken in Deutschland noch keine KI-Lösungen, obwohl sie diese durchaus befürworten. 

Effizientere Kommunikation im Gesundheitswesen: Digital Health Apps
Die Medizin findet zunehmend auch ihren Weg aus Kliniken in den Alltag von Patienten – Stichwort Gesundheits-Apps. Diese Apps bieten Funktionen wie Schrittzähler, Kalorienzähler, Blutdruckmessung und Schlafüberwachung, um den Nutzern ein besseres Verständnis ihrer Gesundheit zu ermöglichen. Diese Patientendaten können von Ärzten direkt ausgewertet werden. Ein weiteres Beispiel ist die Telekonsultation, bei der Patienten über Videokommunikation mit Ärzten in Kontakt treten können. Diese virtuellen Arztbesuche ermöglichen es den Patienten, medizinischen Rat und Behandlungen bequem von zu Hause aus zu erhalten, ohne persönlich eine Arztpraxis aufsuchen zu müssen. Ärzte können dadurch eine Diagnose stellen, ohne dass der Patient physisch anwesend sein muss. Diese E-Health-Lösungen sparen viel Zeit und ermöglichen eine schnellere Behandlung, besonders für Patienten mit eingeschränkter Mobilität. Videosprechstunden werden bisher allerdings nur von 14 Prozent der deutschen Kliniken und 18 Prozent der niedergelassenen oder angestellten Ärzte angeboten. 

Die Praxis: Start-ups bringen Innovationskraft
Besonders Start-ups sind ein starker Treiber digitaler Innovation in der Medizin. Ein perfektes dafür ist das Berliner Start-up Nia Health, das sich mit ihrer App das Ziel gesetzt hat, Neurodermitis-Patienten das Leben zu erleichtern, um besser mit ihrer Erkrankung umgehen zu können. Die App ermöglicht den Betroffenen, ihre Symptome wie Juckreiz und Schlafstörungen zu dokumentieren und bietet konkrete Handlungsempfehlungen zur Bewältigung der Krankheit. Darüber hinaus analysiert die App mithilfe von Künstlicher Intelligenz die Patientendaten, insbesondere Bilder von entzündeten Hautpartien, um Muster zu erkennen und Ärzten sowie Patienten Empfehlungen zu geben.

Das Team von Mental Stark hat seinen Fokus auf die Bereitstellung psychologischer Unterstützung bei Kinderwunsch gelegt. Viele Frauen erleben schwere Schicksalsschläge im Zusammenhang mit Schwangerschaft und Geburt und stehen vor Herausforderungen wie begrenzten Therapieplätzen. Mental Stark hat es sich zur Aufgabe gemacht, diesen Frauen emotionalen Beistand zu leisten und ihnen den Zugang zu einer umfassenden Informationsmediathek sowie individuellen Gesprächen mit Psychologen per Videokonferenz zu ermöglichen. 

Das Problem: Veraltete Prozesse
Start-ups bieten innovative neue Lösungen, während Künstliche Intelligenz, Robotik und Telemedizin bereits in einigen Kliniken und Praxen eingesetzt werden. Dass Ärzte dennoch der Meinung sind, Deutschland hänge bei der Digitalisierung hinterher, liegt laut bitcom vor allem an an einigen sehr veralteten Prozessen: Die Kommunikation verläuft noch weitgehend analog via Telefon und Fax, Rezepte werden überwiegend auf Papier ausgestellt und lediglich sechs Prozent hatten 2022 schon einmal eine elektronische Patientenakte (ePA) genutzt. Die Gründe für dieses langsame Voranschreiten der Digitalisierung sehen Ärzte vor allem in der Komplexität des Gesundheitssystems: lange Zertifizierungsverfahren, eine starke Regulation des Sektors, die strenge Auslegung des Datenschutzes und ein hoher Aufwand für IT-Sicherheit seien die Hauptprobleme. 

Digitalgesetz und ePA – die Ziele der Politik
Die Politik ist hingegen ambitioniert: Deutschland plant bis 2025, dass 80 Prozent der gesetzlich Versicherten eine elektronische Patientenakte nutzen. Dies ist Teil einer umfassenden Digitalisierungsstrategie für das Gesundheitswesen und die Pflege, die von Bundesgesundheitsminister Prof. Karl Lauterbach vorgestellt wurde. Die Strategie wurde in enger Zusammenarbeit mit Patientenvertretern und Gesundheitsakteuren entwickelt und zielt darauf ab, die Gesundheitsversorgung durch die Nutzung von Gesundheitsdaten und modernen Technologien zu verbessern. Das Digitalgesetz sieht vor, bis Ende 2024 die ePA für alle gesetzlich Versicherten verbindlich einzuführen. Ab dem 1. Januar 2024 wird das E-Rezept zum Standard in der Arzneimittelversorgung. Eine digitale Medikationsübersicht wird automatisch in der ePA erstellt, um unerwünschte Arzneimittelwechselwirkungen zu vermeiden. Das Gesundheitsdatennutzungsgesetz (GDNG) sieht die Einrichtung einer zentralen Datenzugangs- und Koordinierungsstelle vor, die den Zugang zu Forschungsdaten aus verschiedenen Quellen ermöglicht. 

Wie steht es nun um unsere medizinische Zukunft
Die aktuellen Zahlen und Entwicklungen legen nahe, dass die Einschätzung der Ärzte nicht unberechtigt ist: Deutschlands Gesundheitswesen hinkt in der Digitalisierung aktuell hinterher. Hauptgrund ist nicht mangelnde Innovationskraft, sondern die strenge Regulatorik der Branche. Die Zukunft lässt dennoch optimistisch bleiben: Sie verspricht weitere Fortschritte durch Telemedizin, KI und Robotik, Start-ups wie Nia Health und Mental Stark zeigen bereits, wie digitale Lösungen in der Medizin wichtige Unterstützung bieten können. Die geplante Ausweitung der elektronischen Patientenakte (ePA) und das Gesundheitsdatennutzungsgesetz (GDNG) sind wichtige Schritte in Richtung einer digitalisierten Gesundheitsversorgung. Wenn regulatorische Anforderungen so angepasst werden, dass Patienten weiterhin geschützt und gleichzeitig Innovation gefördert wird, sind die Aussichten also vielversprechend, um Deutschlands Gesundheitswesen auf den neuesten Stand zu bringen.

*https://www.bitkom.org/Presse/Presseinformation/Digitalisierung-Medizin-2022

Diesen Artikel teilen

Ähnliche Themen

HighTech in Life Sciences, Chemie und Energie – Die Gewinner der Ideenphase

17.11.2025

Die Ideenphase des Science4Life Startup-Wettbewerb war ein voller Erfolg! Aus 124 Einreichungen wurden am Freitag die besten Geschäftsideen prämiert. In der Ideenphase des Science4Life Venture Cup gewinnen AngioDiagnostics, BioExoTec, MEDIRION, MucNova und Solidcryo. Beim Science4Life Energy Award überzeugt autonomIQ. Hier kommen alle Infos zu den Geschäftsideen der Gewinner. Am vergangenen Freitag war es wieder soweit: Die besten Geschäftsideen aus Life Sciences, Chemie und Energie wurden bei der Ideenprämierung online ausgezeichnet. Unter den 124 Einreichungen wurde besonders deutlich, wie stark das Bewusstsein der Teams für die Herausforderungen der Zukunft sind – und wie sehr die Teams auf neue Technologien wie Künstliche Intelligenz setzen. Von Machine- und Deep-Learning über die drängendsten Fragen der Quantentechnologie – die Teams wissen, was in Zukunft gesellschaftlich und wirtschaftlich relevant ist. Sie entwickeln beeindruckende Lösungen aus MedTech, Pharma und Digital Health und befassen sich im Energie-Bereich mit Fragen der Energienutzung und -speicherung. Austausch und Learnings beim digitalen Academy Day Bevor die Sieger verkündet wurden, hatten die zehn besten Teams aus den Bereichen Life Sciences und Chemie die Möglichkeit, ihr Wissen beim digitalen Academy Day zu erweitern. In individuellen Coachings und einzelnen Workshops konnten sie ihre Fragen zu den Themen Finanzierung, Marketing, Recht und Patent loswerden. Im Gründerdialog gab es spannende Einblicke aus dem Gründungsalltag und in einem Gastvortrag erfuhren die Teams, wie aus der Idee eine Finanzierung werden kann. Als Highlight wurden dann abschließend die Gewinner bekanntgegeben: Die Gewinner des Science4Life Venture Cup AngioDiagnostics aus Gießen arbeitet an der Früherkennung von krankhaften Erweiterungen der Aorta mittels verschlüsselter Machine Learning-Algorithmen. Diese basieren auf sogenannten Photoplethysmographie-Signalen – also Signalen, die mit optischen Verfahren aufgenommen werden. Das ermöglicht zum ersten Mal ein niederschwelliges und großflächiges Screening, sogar beim Hausarzt, alles mit höchster Datensicherheit. Der Blut- und Speicheltest von BioExoTec aus München erkennt Krebs bereits in Stadium I, wenn 90 Prozent aller Fälle noch komplett heilbar sind. Ein derartiger Test existiert bislang nicht. Er basiert auf den Forschungsarbeiten von Prof. Dr. Theodoraki seit 2016. MEDIRION aus Duisburg nutzt Sensorsysteme und Deep Learning-Methoden zur Erkennung von Rheuma. Das Ziel: Die Wartezeit von Rheumapatienten von aktuell 9 Monaten auf unter 2 Monate zu reduzieren und somit die Behandlung der Patienten vor Chronifizierung der Krankheit zu ermöglichen. MucNova aus Mainz entwickelt Brustkrebstherapien, die gezielt das Tumorprotein MUC1 adressieren – eine zentrale, bislang unzureichend genutzte Zielstruktur in der Onkologie. Mit innovativen molekularen Ansätzen will MucNova präzisere, wirksamere und besser verträgliche Behandlungen ermöglichen. Supraleitende Quantentechnologien benötigen Betriebstemperaturen unter -273,13°C. Zur Kühlung wird die seltene fossile Ressource Helium-3 benutzt – ein Nebenprodukt der Atomwaffenproduktion. Dadurch entstehen hohe Preissprünge und eine geopolitische Abhängigkeit der EU. Als nachhaltige Lösung bietet Solidcryo aus Augsburg patentierte magnetische Kühlung an, welche als einzige Alternative die relevanten Temperaturen erreicht. Der Gewinner des Science4Life Energy Award Mit dem Science4Life Energy Award würdigt Science4Life die beste Geschäftsidee aus der Energie-Branche. Hier überzeugte autonomIQ aus Darmstadt. In der Metallverarbeitung gehen enorme Mengen an Energie und Material durch ineffiziente CAM-Programmierung verloren. autonomIQ automatisiert diesen Prozess mithilfe von KI und erzeugt optimierte Werkzeugwege, die Bearbeitungszeiten, Energieverbrauch und Materialausschuss deutlich reduzieren. So hilft das Team Fertigungsbetrieben, ihre Produktion nachhaltiger und wirtschaftlicher zu gestalten. Im Gegensatz zu bisherigen Lösungen lernt die autonomIQ-Software kontinuierlich aus realen Fertigungsdaten und verbessert sich selbst. Dadurch entsteht eine intelligente, ressourceneffiziente Fertigungsplanung, die Energieeinsparung und Produktivität erstmals vereint. Die Konzeptphase startet – Jetzt anmelden! Ab sofort beginnt die Konzeptphase von Science4Life. Wir freuen uns, wenn dein Start-up mit dabei ist. Meldet euch dazu einfach bis 12. Januar 2026 online unter www.science4life.de an und reicht euer Geschäftskonzept in Form eines Read Deck ein. Eine Teilnahme ist sowohl für Teams möglich, die bereits an der Ideenphase teilgenommen haben, als auch für neue Teams. Ihr bekommt Zugang zum Science4Life-Netzwerk, Feedback von Branchenexperten sowie die Chance auf Preisgeld und die Teilnahme vor Ort an den zweitägigen Academy Days der Konzeptphase. Wir freuen uns auf eure Konzepte!

Weiterlesen

Rückenwind für den letzten Schritt in die Klinik: ForTra fördert GMP-konforme Herstellung neuer Arzneimittelkandidaten und regulatorische Beratung

09.09.2025

Vom Labor zur ersten Anwendung am Patienten: Dieser kritische Übergang erfordert nicht nur wissenschaftliche Exzellenz, sondern auch die Bewältigung komplexer regulatorischer, technischer und finanzieller Anforderungen. Die gemeinnützige ForTra gGmbH für Forschungstransfer der Else Kröner-Fresenius-Stiftung (ForTra) fokussiert ihre Förderung gezielt auf diese translationale Endphase: Projekte, bei denen ein neuartiger Arzneimittelkandidat, eine innovative Therapieform oder ein medizintechnisches Produkt die Schwelle zur klinischen Prüfung erreichen. Das Ziel besteht darin, den Eintritt in frühe klinische Studien (First-in-Human) zu beschleunigen und somit den Transfer patientenrelevanter Innovationen in die medizinische Versorgung substanziell zu fördern. „Unser Ziel ist es, Projekte so weit zu entwickeln, dass sie Anschlussfinanzierungen durch öffentliche Mittel oder Investoren erhalten können“, betont Prof. Dr. Martin Zörnig, Geschäftsführer der ForTra. „So schaffen wir die Brücke, damit innovative Forschung schneller den Weg zu Patientinnen und Patienten findet – unabhängig vom Krankheitsbild oder der Marktgröße.“ Ein Beispiel für diese Brückenfunktion ist die aktuelle GMP-Ausschreibung der ForTra zur Förderung der Herstellung neuer Arzneimittelkandidaten unter Good-Manufacturing-Practice-Bedingungen. Von den 37 eingereichten Projektskizzen der Ausschreibungsrunde 2025 werden ab sofort sechs Projekte mit insgesamt 4,7 Millionen Euro gefördert. Eines dieser Projekte widmet sich einer drängenden Herausforderung in der Infektionsmedizin. Forschende des Universitätsklinikums Köln um Prof. Dr. Dr. Jan Rybniker und Dr. Alexander Simonis haben vielversprechende, vollständig humane Antikörper identifiziert. Diese neutralisieren gezielt einen zentralen Virulenzfaktor des multiresistenten Bakteriums Pseudomonas aeruginosa. Das Bakterium verursacht insbesondere bei immungeschwächten und beatmeten Patientinnen und Patienten schwere Infektionen. Die Antikörper richten sich gegen das Typ-III-Sekretionssystem des Erregers und zeigen in präklinischen Modellen eine deutlich höhere Wirksamkeit als bisher verfügbare antikörperbasierte Ansätze. Das Ziel des Projekts besteht darin, diese Antikörper zu einer neuartigen, zielgerichteten Therapie zur Behandlung und Prophylaxe antibiotikaresistenter Infektionen weiterzuentwickeln. Doch auch vor der ersten klinischen Studie gibt es eine entscheidende Hürde: die komplexen regulatorischen Anforderungen. Genau hier setzt eine neue Ausschreibung der ForTra an, die im Sommer 2025 erstmals veröffentlicht wurde. Sie finanziert Beratungsleistungen spezialisierter Consulting-Unternehmen zur Vorbereitung und Durchführung von Orientierungsgesprächen und „Scientific Advice Meetings“ mit den zuständigen regulatorischen Behörden. In diesen Gesprächen wird über die präklinischen Voraussetzungen für eine mögliche Genehmigung der geplanten klinischen Studie diskutiert und die weitere Projektentwicklung daran angepasst. Für jedes von einem unabhängigen Expertengremium ausgewählte Projekt stellt die ForTra bis zu 100.000 Euro bereit. Das Ziel besteht darin, Projektleiterinnen und Projektleiter optimal auf Gespräche mit dem Paul-Ehrlich-Institut (PEI) oder dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) vorzubereiten – und sie bei diesen Terminen zu begleiten. Antragsberechtigt sind forschende Medizinerinnen, Mediziner sowie Naturwissenschaftlerinnen und Naturwissenschaftler an gemeinnützigen Forschungseinrichtungen, deren Projekte bereits erste präklinische Daten aufweisen und den Start einer klinischen Studie zum Ziel haben. Die aktuelle Ausschreibung ist bis zum 1. Oktober geöffnet. Die Auswahl der zu fördernden Projekte soll voraussichtlich bis Ende des Jahres erfolgen. Damit setzt die ForTra ein klares Signal: Forschende, die kurz vor dem Sprung in die Klinik stehen, sollen nicht an regulatorischen Hürden scheitern. Kontakt: Prof. Dr. Martin Zörnig Geschäftsführer der ForTra gGmbH für Forschungstransfer der Else Kröner-Fresenius-Stiftung E-Mail: m.zoernig@fortra-forschungstransfer.de Telefon: +49 61728975-12

Weiterlesen

Das sind die Gewinner der Businessplanphase 2025

02.07.2025

In der Businessplanphase des Science4Life Venture Cup gewinnen Blueprint Biomed, CiX, HeartGate, Plantman und X-ECD. Beim Science4Life Energy Cup gehen Radiant Solar, TwinWatt und WeldNova als Siegerteams hervor. Am 30. Juni 2025 trafen sich vielversprechende Gründerteams aus ganz Deutschland zur feierlichen Abschlussprämierung von Science4Life im Museum Reinhard Ernst in Wiesbaden. In festlichem Rahmen präsentierten die Finalisten ihre Geschäftsideen vor Förderern, Branchenexperten und dem Science4Life-Netzwerk. HeartGate wurde für seine Innovation im Bereich der Herzimplantation mit dem ersten Platz des Science4Life Venture Cup und 25.000 Euro ausgezeichnet. WeldNova überzeugte die Jury im Science4Life Energy Cup und erhielt 10.000 Euro. Innovation trifft Erfahrung: Academy-Days bereiten Teams auf den Erfolg vor Bereits vor der Preisverleihung hatten die besten Teams die Gelegenheit, ihre Businesspläne im Rahmen der mehrtägigen Academy-Days intensiv weiterzuentwickeln. Im Austausch mit Experten aus Wissenschaft, Industrie, Recht und Finanzierung wurde an jeder Stellschraube gefeilt: von der Marktstrategie über regulatorische Fragen bis zum finalen Pitch vor der Jury. MedTech, Wasserreinigung und Pflanzen-Biotech überzeugen im Science4Life Venture Cup Herzchirurgie neu gedacht: HeartGate aus Freiburg i. Br. sichert sich den ersten Platz des Science4Life Venture Cup. HeartGate ist ein Implantationsset, das es ermöglicht, Herzunterstützungssysteme ohne Herz-Lungen-Maschine am schlagenden Herzen zu implantieren. Dank HeartGate wird die OP schneller und sicherer, wovon nicht nur die Betroffenen, Patienten mit schwerem Herzversagen, sondern Gesundheitsversorger und Kostenträger profitieren. Auf Platz 2 folgt CiX aus Erlangen. Die Gründer produzieren anschlussfertige Wasserreinigungsmodule zur Schadstoffentfernung. Die Idee kam dem Team parallel zur Promotionsarbeit an der Universität, als sie an der Optimierung von Diamantelektroden forschten. Das System kann mit Strom effektiv und bedarfsgerecht u. a. Medikamentenrückstände, Bakterien und das Umweltgift PFAS aus Wasser entfernen – vor Ort und ohne Chemikalienzugabe. Den dritten Platz belegt Blueprint Biomed aus Berlin. Das Team entwickelt innovative Lösungen für die Knochenregeneration. Der aktuelle Goldstandard erfordert dabei oft zusätzliche Eingriffe zur Gewebeentnahme. Das Start-up bietet eine effizientere und patientenfreundlichere Alternative: Ein resorbierbares Biomaterialimplantat, das die körpereigenen Regenerationsmechanismen aktiviert – ganz ohne zusätzlichen Eingriff. Der vierte Platz geht an X-ECD aus Hannover. Mit ihrem gleichnamigen Detektor bieten die Gründer einen nicht-radioaktiven Schadstoffdetektor, der den bisher etablierten radioaktiven Detektor (ECD) unmittelbar ersetzen kann. Er ermöglicht präzisere Schadstoffanalysen ohne Sicherheitsbedenken für Laborpersonal und ohne Umweltbelastung, eliminiert den bisherigen Dokumentationsaufwand und reduziert die Gesamtkosten. Platz 5 geht an Plantman aus Köln. Das Start-up entwickelt pflanzliche therapeutische Proteine zur Bekämpfung neurodegenerativer Erkrankungen. Der innovative Ansatz zielt auf die schädliche Proteinansammlung bei der Huntington-Krankheit ab und soll ihr Fortschreiten verhindern. Energieinnovationen für ein sauberes Morgen Den ersten Platz im Science4Life Energy Cup sichert sich WeldNova aus Berlin. Ihre elektromagnetische Badstütze ermöglicht erstmals den Einsatz des Laserstrahlschweißens beim Schweißen dicker Bleche. Damit kann die Produktivität des Schweißprozesses bei großen Stahlkonstruktionen um den Faktor 10 gesteigert und die Kosten um bis zu 90 Prozent gesenkt werden. Den zweiten Platz belegt Radiant Solar aus Konstanz. Solaranlagen auf Mehrfamilienhäusern (MFH) scheitern an ihrer administrativen und rechtlichen Komplexität. Mit dem Solarstrom-Verteiler von Radiant Solar löst das Start-up dieses Problem an der technischen Wurzel und macht Solaranlagen auf MFH so einfach wie auf Einfamilienhäusern – ganz ohne Mieterstrom oder Gemeinschaftliche Gebäudeversorgung (GGV)! TwinWatt aus Darmstadt belegt Platz drei. Das Team entwickelt eine neue Generation von Windkraftanlagen, die speziell für den Einsatz in Städten und Gewerbegebieten optimiert ist, wo Windenergie bislang ungenutzt blieb. Die optimierte Windführung des Start-ups beschleunigt selbst schwache Winde auf mehr als das Doppelte und steigert so die Energieausbeute erheblich. Die Anlage ist als eigenständige Energiequelle einsetzbar oder lässt sich ideal mit Photovoltaik kombinieren – für eine ganzheitliche, nachhaltige Stromversorgung. Start der neuen Wettbewerbsrunde: 1. September 2025 Du hast eine zukunftsweisende Idee im Bereich Life Sciences, Chemie oder Energie? Dann nutze deine Chance: Am 1. September 2025 startet die nächste Wettbewerbsrunde. Sei dabei und nutze das Know-How und Netzwerk von Science4Life für deinen Gründungserfolg!

Weiterlesen